Vom Ende der Krise

Mittwoch, 23. Juni 2010

Krise, das muss ein tolles Ding sein. So hervorragend und außergewöhnlich, dass in den Zeitungen und Zeitschriften seit einiger Zeit schon viele Anzeigenseiten dem gesteigerten Interesse an diesem famosen Phänomen und der Berichterstattung darüber geopfert werden. Selbst die Fußballweltmeisterschaft kann daran nichts ändern. Was genau die Krise ist, das bleibt häufig unklar. Was allerdings durch ihre vermutete Monstrosität nur als allzu verständlich erscheinen muss.

Krise, das ist Griechisch. Was nicht eigentlich verwundert, aber in seiner Bedeutung bemerkenswert ist. Denn krinein bedeutet scheiden oder urteilen und so ist die Krisis, derjenige Zustand, der zu einer Entscheidung drängt und in dem also eine Entscheidung fällt.

Die Erkenntnis ist beruhigend: Solange die Entscheidung nur lange genug zurückgehalten wird, gibt es eigentlich keine Krise und das Gerede darüber erweist sich als wahrer Unsinn. Das hat auch die Politik erkannt und entscheidet, ganz folgerichtig, um die Krise zu beenden: Nichts. Chapeau, für soviel Scharfsinn!

-jk