Website-Optimierung für Einsteiger

Donnerstag, 08. November 2018

Wie man mit Texten mehr Traffic generiert

von Simone Madre

Da erstellt man eine attraktive Website, investiert viel Mühe, um das eigene Unternehmen anschaulich und sympathisch darzustellen – und erzielt trotzdem wenige Klicks. Und das nicht etwa, weil der Markt für die eigenen Produkte und Dienstleistungen besonders klein wäre, sondern weil die Konkurrenz auf Google einfach besser gerankt ist.

Die meisten Nutzer interessieren sich nun einmal für den ersten oder zweiten Suchtreffer statt für den siebten, achten oder neunten. Welcher Platz wie oft geklickt wird, analysiert beispielsweise die Website Advanced Web Ranking. Dabei greift sie auf etwa 1,8 Millionen Begriffe in der weltweiten Google-Suche zurück – eine ansehnliche Stichprobengröße. Demnach sieht die Klickverteilung für die ersten zehn Suchtreffer etwa so aus:

Auf die Plätze eins bis drei entfallen zusammen über die Hälfte aller Klicks, bereits auf Rang vier landen im Schnitt weniger als zehn Prozent der Nutzer. Suchergebnisse auf Seite 2 werden nochmal deutlich seltener geklickt. Wer also mehr Traffic über Google erzielen will, sollte zumindest bei einigen wichtigen Suchbegriffen (Keywords) in der obersten Liga mitspielen.

 

Wie kann man sein Google-Ranking verbessern?

Um in der Google-Trefferliste auf einem besseren Platz zu landen, sollte man entweder

  • neuen Content erstellen, der auf ein bestimmtes Keyword optimiert ist.

Damit kann man in der Regel viel erreichen, wenn man sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) auskennt. Allerdings bringt das Erstellen neuer Texte auch einen großen Aufwand mit sich.

  • die Inhalte optimieren, die bereits auf der Website sind.

Das geht deutlich schneller und leichter und kann ebenfalls viel bewirken. Die Voraussetzung ist hier, dass die vorhandenen Texte hochwertig sind und einen Nutzen für den Leser bieten.

Auf vielen Webseiten ist bereits guter Content vorhanden, dem lediglich eine Überarbeitung nach SEO-Kriterien fehlt. Und diese Seiten sind in der Regel schon bei Google indexiert. Somit können Analysetools Werte zu ihrer Performance bei Suchanfragen liefern. Also konkret: Daten zu ihrer Platzierung für bestimmte Keywords, zur Häufigkeit, mit der diese Begriffe gesucht werden, und zu Klickzahlen.

Nach dem Motto „Gutes verbessern“ kann man solche Texte auf vergleichsweise einfache Art und Weise optimieren. Das gelingt auch SEO-Einsteigern, beispielsweise Vereinen und kleinen Unternehmen.

Um die eigenen Texte zu überarbeiten, macht man im ersten Schritt Keywords mit Potential ausfindig – pro Seite eins oder maximal zwei – und passt anschließend den Content entsprechend an. Nicht für alle Seiten gibt es dabei lohnende Suchbegriffe: weil sie keine klassischen Einstiegsthemen bieten, sondern beispielsweise vertiefende Informationen oder Kontaktdaten. Das erspart Arbeit, weil man sich auf die lohnendsten Seiten konzentrieren kann.

 

Wie man seine Texte mit Hilfe der Search Console optimiert

Im Folgenden zeige ich anhand der Google Search Console, wie das Aufspüren passender Seiten und Keywords funktionieren kann. Sie ist eine kostenlose und weit verbreitete Plattform. Mit anderen Analysetools wie SEMrush und Ahrefs funktioniert es natürlich auch. Hauptsache, diese liefern ähnliche Daten.

Interessant bei der Search Console ist für uns die Seite „Leistung“, die im linken Reiter zu finden ist. Hier lassen sich zusätzlich zu den Klickwerten auch noch Daten zu Impressionen, Klickraten und Positionierungen anwählen.

Ein Linksklick zeigt das Bild in voller Größe.

So sieht die Seite „Leistung“ standardmäßig aus. Der Nutzer kann die Grafik um zusätzliche Informationen erweitern, indem er neben den vorausgewählten Parametern „Klicks insgesamt“ und „Impressionen insgesamt“ zusätzlich die Kästen „Durchschnittliche CTR“ und die „Durchschnittliche Position“ anklickt. Im Abschnitt darüber lässt sich beispielsweise der Daten-Zeitraum anpassen.

 

Google and the Google logo are registered trademarks of Google Inc., used with permission

Sind alle vier Parameter ausgewählt, findet man sie auch in der Keywordliste darunter. Diese lässt sich nun unterschiedlich sortieren.

Klickt man auf den Reiter „Klicks“, zeigt die Liste zuoberst die Suchanfragen, die momentan die meisten Nutzer auf die Website bringen. Klickt man noch einmal, wird die Liste absteigend sortiert und gibt Keywords an, die keine oder nur wenige Nutzer herführen.

Gut zu wissen: Ein Klick heißt hier, dass ein Nutzer über die Suchergebnisseite auf eine Webseite außerhalb von Google gelangt. Wenn er dem gleichen Link mehrmals folgt, zählt das auch nur als ein Klick: etwa wenn der User auf Ihre Seite geht, wieder zur Google-Ergebnisseite zurückwechselt und dann noch einmal auf Ihren Link klickt.

Mit der Sortierung nach Impressionen sieht man auf einen Blick, welche Keywords bei Google-Nutzern besonders gefragt sind – sich also lohnen könnten, obwohl man bislang mit ihnen nicht allzu viele Klicks erzielt.

Gut zu wissen: Eine Impression wird erfasst, wenn ein User bei seiner Recherche exakt die Ergebnisseite öffnet, auf der sich Ihr Treffer befindet. Belegen Sie Platz 19 und der Nutzer klickt auf Seite 2, zählt das als eine Impression. Dabei ist egal, ob er den ersten Treffer anklickt und Ihren Link somit gar nicht sieht, oder ob er ganz nach unten scrollt. Betrachtet er nur die erste und dritte Seite der Ergebnisliste, ist dies für Google keine Impression.

Klickt man auf Positionierung, erkennt man, welche Keywords bereits einen guten Platz im Ranking haben, sich aber noch verbessern könnten. Hierbei gibt Google eine Durchschnittsplatzierung an, da die Werte meist schwanken.

Auch der Wert „Klickrate“ kann sich lohnen, ist aber nur bedingt aussagekräftig. Er gibt das Verhältnis aus Klickzahlen und Impressionen an. Allerdings bedeutet eine Impression ja nicht, dass der Nutzer den für mich relevanten Suchtreffer auch gesehen hat. Wenn es sich aber um eine Platzierung unter den ersten 10 handelt, kann sich der Abgleich mit statistisch ermittelten Klickwahrscheinlichkeiten für diesen Platz lohnen.

Tipp: Wird der Treffer deutlich seltener geklickt als der Durchschnitt (siehe Statistik oben), sollten Titel und Text des Suchtreffers überarbeitet werden.

Soweit zum allgemeinen Überblick. Insbesondere bei Websites mit wenigen Seiten lohnt es sich allerdings oft mehr, für jede Seite einzeln nach einem passenden Keyword zu suchen. Hierfür wählt man oberhalb der Liste statt „Suchanfragen“ „Seiten“ aus und sieht direkt, über welche Seiten am meisten Nutzer auf die Website gelangen.

 

Ein Klick auf einen der Links bringt uns zu den gewünschten Daten. Nun noch oben von „Seiten“ wieder auf „Suchanfragen“ zurückstellen, und wir haben alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Am besten eignen sich Keywords,

  • für die die Seite bereits gut platziert ist, da sich eine Verbesserung selbst um ein, zwei Plätze hier am meisten lohnt,
  • die eine nennenswerte Zahl an Impressionen auslösen, also relevant für Google-Nutzer sind
  • und die natürlich gut zur Seite passen.

Im Beispiel unten eignet sich das erste Keyword vermutlich besser als das zweite: Es gibt viele Impressionen, aber noch nicht allzu viele Klicks, vermutlich wegen der Positionierung weit hinten auf der ersten Ergebnisseite. Nun muss nur noch entschieden werden, ob sich das Wort inhaltlich für die Seite eignet.

 

Keywords sinnvoll einbauen

Pro Seite wählt man nach diesen Kriterien ein oder zwei Wörter aus. Für diese kann man den Content dann optimieren. Hierbei gibt es prinzipiell eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die sich im Rahmen eines Blogartikels nicht alle vermitteln lassen. Insbesondere für SEO-Einsteiger bietet es sich an, das Keyword an einigen besonders relevanten Stellen im Text zu platzieren:

  • im Titel der Seite, dem sogenannten Title Tag
  • in Überschriften, vor allem auf der Ebene <h1>
  • im ersten Absatz des Textes

Außerdem sollten das Keyword und seine Synonyme im Text vorkommen. Hierbei hilft der WDF*IDF-Textassistent. Kurz gesagt, analysiert dieser automatisch zu einem bestimmten Keyword, welche Begriffe auf den bestplatzierten Seiten in welcher Häufigkeit vorkommen. Das hilft dabei:

  • neue Begriffe rund um das Keyword zu finden, die Google zeigen, dass ein Thema ausführlich behandelt wird – und der Text somit gut bewertet werden sollte
  • Wörter zu identifizieren, die im Artikel häufig fallen und die Bewertung somit eventuell verschlechtern (Stichwort: Keyword-Spamming)
  • sich bei der Häufigkeit der zentralen Begriffe an einen Idealwert heranzutasten. Der zeigt Google, welche Wörter für den Text besonders wichtig sind, ohne dass es künstlich wirkt und von Google als Keyword-Spamming abgestraft werden könnte

 

Die Erfolgskontrolle

Ein weiterer Vorteil der Search Console: Man kann relativ einfach den eigenen Erfolg messen. Spätestens nach ein paar Wochen sollten Text-Änderungen die Positionierung beeinflussen und auch im Klickwachstum sichtbar sein. Zeichnet sich stattdessen eine Verschlechterung ab, kann man die Texte einfach wieder auf den vorherigen Stand bringen oder es nochmal anders probieren.

Ob ein überarbeiteter Text bereits von Google analysiert wurde, lässt sich mithilfe der Seite „Abdeckung“ in der Search Console abschätzen. Beim Klick auf „Gültig“ links unten zeigt Google für jede indexierte Seite, wann das letzte Crawling stattfand.

 

Wie viel bringt eine Textüberarbeitung eigentlich?

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich berichten, dass der Effekt stark vom Keyword und der Konkurrenz abhängt. Manche Wörter sind aufgrund eines hohen Suchvolumens vielleicht verlockend, aber so allgemein, dass man mithilfe einer Textüberarbeitung kaum Plätze gutmachen kann. Betreiben Sie beispielsweise eine kleine Finca in Spanien, wird es Ihnen schwerfallen, für ein Keyword wie „Sommerurlaub“ oder „Urlaub buchen“ gut zu ranken – zu viele Platzhirsche konkurrieren mit Ihnen.

Wenn Sie mit Ihrem Angebot aber einen kleineren Markt ansprechen, stehen Ihre Chancen gut. Oft finden sich beispielsweise eine oder mehrere Seiten, die bereits vor der Optimierung unter den ersten Zehn für ein bestimmtes Keyword liegen. Hier ist meist eine deutliche Rang-Verbesserung drin, die für viele zusätzliche Klicks sorgt. Gleichzeitig hält sich der eigene Aufwand in Grenzen.

Stellen Sie fest, dass Sie auf eigene Faust nicht weiterkommen oder nicht die Zeit für eine Textüberarbeitung haben, empfiehlt sich ein professioneller SEO-Anbieter. Hier gibt es eine ganze Reihe an Dienstleistern, die viel Erfahrung mitbringen und zu einem vernünftigen Preis Top-Ergebnisse erzielen.

Beide Optionen haben ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und können Ihrer Website deutlich mehr Reichweite bescheren. Deshalb mein Tipp an Sie: Ob so oder so, legen Sie direkt los. Viele Internetauftritte werden sträflich vernachlässigt, weil man die Arbeit an ihnen so leicht aufschieben kann. Will man auf Dauer erfolgreich sein, ist das aber der falsche Weg.

Fachpressearbeit: Leseranalyse Entscheidungsträger 2018

Dienstag, 02. Oktober 2018

Wie ticken Entscheider?

von Simone Madre

Das ist wohl eine Frage, die in der Kommunikationsbranche alle gerne beantwortet hätten – egal, ob PR-Berater, Marketingleiter oder Vertriebsmitarbeiter. Doch darauf lässt sich bei einer derart komplexen Materie kaum eine Antwort finden. Studien wie die „Leseranalyse Entscheidungsträger“ (LAE) vom gleichnamigen Verein bieten immerhin einige Einblicke in das Innenleben von Entscheidern.

Über 8.000 Führungskräfte aus der Wirtschaft und der Verwaltung werden für die jährlich erscheinende LAE ausführlich befragt: insbesondere zur Nutzung von Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachzeitschriften, aber auch zu ihren Interessen, ihrem Einkommen, Geldanlagen, Konsumverhalten und vielem mehr. Das macht die LAE zu einer aufschlussreichen Lektüre, sowohl für Kommunikatoren in der B2B- als auch in der B2C-Branche.

Für Verantwortliche in PR, Presse und Öffentlichkeitsarbeit die wichtigsten Erkenntnisse der LAE 2018 auf einen Blick:

  • Branchenspezifische Fachzeitschriften sind eine wichtige Lektüre für Entscheider.
    Obwohl Führungskräfte viel im Netz unterwegs sind und dabei zig Informationsquellen nutzen – von Social Media über Newsletter bis zu Unternehmenswebsites – finden sie die maßgeblichen Informationen meist in Fachzeitschriften. 71 Prozent der Entscheider gaben an, dass diese für ihre berufliche Tätigkeit „besonders wichtig“ seien. Internetseiten von Herstellern, Händlern und Dienstleistern hielten derweil 49 Prozent für besonders wichtig, danach kamen überregionale Tages- und Wochenzeitungen mit 37 Prozent.

 

  • Entscheider interessieren sich insbesondere für lokale Themen, die deutsche Wirtschaft und Unternehmen, Beruf und Karriere sowie neue Technologien.
    Artikel über die internationale Wirtschaft sowie die Finanz- und Kapitalmärkte werden etwas weniger beachtet. Für die erstgenannten Themen hegen mehr als 40 Prozent der Befragten ein großes Interesse, Spitzenreiter mit 48 Prozent war hierbei die lokale Berichterstattung. Geht es jedoch um ein internationales Unternehmen oder einen ausländischen Markt, zeigen sich nur 26 Prozent sehr interessiert, bei Wissenschaft und Forschung sind es 30.

 

  • Längere Texte lesen Entscheider nach wie vor gerne auf Papier.
    57 Prozent der befragten Führungspersonen bevorzugen Printmedien für die Lektüre mehrseitiger Artikel, nur 7 Prozent lesen diese lieber am Bildschirm. Betrachtet man die Ergebnisse der letzten Jahre, dann zeigt sich, dass dieser Unterschied allmählich verschwindet. Mittlerweile spielt das Medium für etwa jeden Dritten keine Rolle mehr.

 

  • Das bei Führungspersonen mit Abstand beliebteste Nachrichtenmagazin ist der Spiegel.
    Jede Print-Ausgabe erreicht beinahe ein Drittel der befragten Entscheidungsträger. Vergleichsweise häufig werden in der Führungsetage auch Focus und Stern (mit je rund 19 Prozent) und die Süddeutsche Zeitung (15 Prozent) gelesen. Betrachtet man die wöchentliche Crossmedia-Reichweite, die auch Websites und Apps umfasst, liegt der Spiegel sogar bei 56 Prozent. Der Focus erzielt hierbei eine Reichweite von 41 Prozent, der Stern eine von 31 Prozent.

 

  • Die Wirtschaftslage sehen Entscheider positiver als in den vergangenen Jahren.
    34 Prozent sagen, in der Wirtschaft gehe es in den kommenden 12 Monaten bergauf – im Zeitraum von 2015 bis 2017 waren es nur je 24 Prozent. Davon, dass alles beim Alten bleibt, gehen derweil 57 Prozent der Führungskräfte aus. Auch in Bezug auf ihre eigenen Unternehmen sind sie verhalten optimistisch. 40 Prozent glauben an eine gute wirtschaftliche Entwicklung im Betrieb, nur 6 Prozent an eine schlechte.

 

Tipps für die B2B-Pressearbeit: Fachmedien sind nach wie vor das zentrale Medium für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die LAE 2018 zeigt, dass Fachmedien nach wie vor das zentrale Medium für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind. Trotz der vielen Möglichkeiten, die das Internet für die Kommunikation mit Stakeholdern bereitstellt, ist die klassische Fachzeitschrift für die meisten Führungskräfte die wichtigste Informationsquelle. Will man Interesse auf sich lenken, braucht es zusätzlich das passende Thema – je näher am Leser, desto besser. Fachartikel zu deutschen Unternehmen ziehen stärker als solche zu internationalen Geschäften, Handfestes und Nutzerorientiertes wie eine neue Technologie und deren Anwendung mehr als ein Artikel zur Forschung. Und: Die Wirtschaftslage ist gut. Das trägt zur Investitionslaune von Entscheidern bei und schafft den richtigen Rahmen für zugkräftige PR-Maßnahmen.

 

Wer führt die LAE durch?

Hinter der LAE steht der 1975 gegründete Verein „LAE Leseranalyse Entscheidungsträger e.V.“. Verlage, die hier Mitglied werden, zahlen einen jährlichen Beitrag und profitieren davon, dass ihre Medien in den Fragepool mit aufgenommen werden. Sie erhalten auf diese Weise unabhängige Daten zur eigenen Performance, können sich leicht mit der Konkurrenz vergleichen und für sich selbst werben. Diesen Service nutzen unter anderem der Spiegel, die FAZ, Die ZEIT, brand eins, Focus, Die Welt, die Süddeutsche Zeitung und viele andere bekannte Blätter.

Durchgeführt werden die Befragungen mithilfe renommierter Marktforschungsinstitute wie der GfK und forsa. Seit 2010 erscheint die LAE jährlich.

Wie werden die Daten erhoben?

Als Datengrundlage für die Statistiken dient ein rollierendes Verfahren. Das heißt, die Interviews stammen nicht nur aus der jeweils aktuellen Befragungswelle, sondern beziehen auch den vorigen Untersuchungszeitraum mit ein. Dadurch lässt sich die Stichprobengröße etwa verdoppeln, dafür zeichnen sich Veränderungen langsamer ab. In diesem Fall wurden die Interviews im Zeitraum Oktober 2016 bis März 2017 und Oktober 2017 bis März 2018 durchgeführt.

26 Seiten umfasst der umfangreiche Fragebogen, den die Interviewer gemeinsam mit den Führungspersonen durchgehen. Erst einmal geht es darum, wie das Unternehmen des Befragten am Markt positioniert ist, wie betucht der Entscheider ist und welche Rolle er beruflich einnimmt. Nur Angestellte mit wenigstens Teilbereichsleitung, Selbstständige mit einer gewissen Zahl an Beschäftigten und Beamte einer hohen Besoldungsgruppe werden zur Befragung zugelassen. In dieser werden dann Konsum- und Reisegewohnheiten, Büroausstattung und anstehende Investitionen im Unternehmen sowie Lesegewohnheiten genau abgefragt.

 

Quelle:

Die Ergebnisse der diesjährigen LAE mitsamt Methodenerklärung finden sich unter https://www.m-cloud.de/LAE2018/

Alle veröffentlichten Zahlen lassen sich unter https://www.m-cloud.de/lae2018/public/index.html?language=de einsehen.

Suchmaschinenoptimierung

Donnerstag, 21. Juni 2018

B2B- und B2C-SEO: Wo liegen die Unterschiede? (Teil 2)

von Simone Madre

Nachdem sich der erste Teil des Beitrags über B2B- und B2C-SEO mit der Frage befasst hat, warum eine Strategie zur Suchmaschinenoptimierung auch für die Industriegüterbranche zum Muss wird und wie sich Kaufprozesse unterscheiden, beschäftigen wir uns nun mit Besonderheiten und Stolpersteinen in der Keywordauswahl, dem Linkaufbau und dem Tracking.

 

Besonderheiten in der Keywordauswahl

Nach wie vor sind Keywords wichtig, um eine Website für Suchmaschinen wie Google zu optimieren. Mittlerweile gilt aber sowohl für B2C als auch B2B: Um das Schlagwort oder die Begriffskombination herum müssen passende Ausdrücke gruppiert werden. Dazu zählen neben Synonymen und Varianten auch thematisch ähnliche Begriffe, die davon zeugen, dass ein Thema umfassend behandelt wird.

 

B2C: Die goldene Mitte

  • Viele Keywords mit hohem Suchvolumen
  • Oftmals große Konkurrenz

Bei der B2C-Keywordrecherche wird man selten Probleme haben, Begriffe zu finden, die viele Besucher auf die Seite bringen könnten: Die Zahl der Interessenten ist groß, und durch entsprechende Softwaretools lassen sich binnen kurzer Zeit umfangreiche Schlagwortlisten erstellen. Wird man zu allgemein oder zu verkaufsfixiert, wie beim Schlagwort „Urlaub buchen“, bringt einem die hohe Nachfrage allerdings herzlich wenig. Denn dann wird es wohl kaum gelingen, an der Vielzahl von Mitbewerbern vorbeizuziehen. Deswegen ist die Schwierigkeit hier, die goldene Mitte zwischen Angebot und Nachfrage beziehungsweise eine geeignete Nische zu finden.

 

B2B: Weniger, aber qualifiziertere Besucher

  • Optimierung in der Nische: teilweise sehr kleine Suchvolumen
  • Wenig Konkurrenz

Ganz anders bei B2B: Da hier der Markt kleiner ist, gibt es je Keyword teilweise nur wenige Suchanfragen pro Monat. Herkömmliche Tools können da schnell an ihre Grenzen stoßen und liefern keine nützlichen Werte mehr. Greifen Unternehmen stattdessen auf sehr allgemeine Keywords zurück, gereicht ihnen das ähnlich wie bei B2C nicht unbedingt zum Vorteil. Möchte ich mich beispielsweise als Anbieter für Häckselmaschinen und Ballenpressen etablieren, spült der Oberbegriff „Landmaschine“ viele unpassende Nutzer auf meine Seite, zudem ist die Konkurrenz hier stärker. Fokussiere ich mich hingegen auf meine zwei Produktsegmente, wird der Besucherstrom deutlich kleiner sein.

Allerdings braucht es auch nicht viele Nutzer auf der Website, sondern nur die richtigen: Ein einziger Verkauf bringt beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau einen enormen Umsatz. Deshalb kann es sich lohnen, potentielle Kunden mittels Longtail-Keywords, also Nischenbegriffen und Kombinationen mehrerer Wörter, in den verschiedenen Phasen des Kaufprozesses abzufangen. Das gelingt, indem man entsprechende Inhalte für jeden einzelnen Abschnitt anbietet, von Seiten zur Erstinformation mit entsprechenden Schlagwörtern bis zu sehr spezifischem Material, das eine bestimmte Frage beispielsweise zur Inbetriebnahme beantwortet.

Dabei ist natürlich der Verlust zu Beginn des Verkaufstrichters höher als gegen Ende. Aber: Wer nicht auf die Longlist kommt, hat schlechte Chancen für die Shortlist. Außerdem wirken Unternehmen seriöser und bleiben besser im Gedächtnis, wenn der Google-Nutzer sie bei jedem Rechercheschritt findet und sie nicht der Konkurrenz das Feld überlassen.

 

Keywordsuche im Unternehmen 

Zur Keywordsuche sollten dabei neben klassischen Softwaretools auch Recherchen im Umfeld des Unternehmens durchgeführt werden. Die Frage „Wie suchen potentielle Kunden nach meinem Produkt?“ lässt sich nun einmal am leichtesten beantworten, indem man Bestandskunden oder auch den Vertrieb befragt, unter welchen Bezeichnungen sie den Gegenstand kennen, wie sie danach suchen würden oder dies vielleicht schon getan haben.

Ein Tipp: Gibt man Produkten von Anfang an griffige Namen, hat man es leichter. Lange Bezeichnungen wie „GdWZa 6050/100-10“ sind verständlicherweise nicht so einprägsam wie „Solido 10“.

Wie würden Sie diesen Bohrer nennen?

 

Unterschiede im B2C- und B2B-Linkbuilding

Sowohl bei B2C- als auch bei B2B-SEO gilt: Die Backlinkstruktur ist einer der wichtigsten Faktoren, um bei Google gut gerankt zu werden. Klasse statt Masse ist dabei das Motto: Ein hochwertiger Link kann viel mehr bewirken als zehn mittelmäßige.

 

B2C: Umfangreiche Vernetzung ist ein Muss

  • Viele potentielle Linkpartner
  • Stark umkämpfte Branchen mit hervorragend verlinkter Konkurrenz

Beim Linkaufbau scheinen es B2C-Unternehmen erst einmal leichter zu haben. Eine Vielzahl an möglichen Linkgebern und Quellen steht bereit, von Influencern, Bloggern und Social Media-Nutzern über Geschäftskontakte bis zu Nachrichtenportalen und Magazinen, offiziellen Stellen und NGOs. Allerdings ist hier der Druck oft höher, viele hochwertige Links zu erlangen. Je nachdem, wie gut die Konkurrenz bereits aufgestellt ist, kann es sehr mühselig sein, ein gleich- oder höherwertiges Linkprofil zu entwickeln.

 

B2B: Hauptsache, besser als der Wettbewerb

  • Weniger potentielle Linkquellen
  • Meist betreibt Konkurrenz noch kein gezieltes Linkbuilding

In den meisten B2B-Sektoren sieht es ganz anders aus. Hier bieten sich einerseits weniger Möglichkeiten zur Linksetzung, beispielsweise fallen soziale Netzwerke weitgehend weg, andererseits sind einige der potentiellen Linkquellen sehr lohnenswert: Insbesondere Fachzeitschriften haben häufig einen hohen PageRank und TrustRank und können die eigene Seite somit schnell voranbringen. Um Links von ihnen zu ergattern, bietet sich der Versand hochwertiger Pressemitteilungen an. Wenn die Zeitschrift dann online berichtet, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie einen Verweis auf die Website in den Beitrag einbindet. Weitere potentielle Linkquellen sind zum Beispiel Lieferanten und Kooperationspartner, Jobportale und hochwertige Webkataloge.

Zudem braucht es oftmals gar nicht so viele Links wie im B2C-Geschäft. Wenn Mitbewerber kein gezieltes Linkbuilding betreiben, können wenige Verlinkungen reichen, um die Seite weit nach vorne zu bringen.

 

Erfolgsbewertung bei B2C und B2B

Egal ob B2C oder B2B: Es bringt ein Unternehmen nicht weit, immer mal wieder beliebige SEO-Maßnahmen zu ergreifen. Wer Erfolg haben will, muss auch beobachten und analysieren, wie sich die Nutzerzahlen und das Verhalten der Besucher auf der Website verändern. Nur so lässt sich zeigen, welche Methoden sich rentieren und wo vielleicht nachgebessert werden sollte.

Die meisten Firmen wählen dabei eine Handvoll Werte, wie die Besuchermenge, die Verweildauer oder die Zahl der Abschlüsse, und machen daran das Gelingen ihrer Kampagne fest.

 

B2C: Einfach zu tracken

  • Verkauf innerhalb einer Sitzung oder weniger Tage
  • Vergleichsweise einfaches Tracking

Erfolgreich sein heißt in B2C-Geschäften meist Verkäufe zu erzielen. Ob dieses Ziel erreicht wird, lässt sich relativ einfach feststellen, da die Kaufentscheidung im Normalfall innerhalb weniger Tage eintritt – oder eben auch nicht. Analysiert wird deshalb häufig der Umsatz über den Onlineshop insgesamt, oder auch die Anzahl an Neukunden oder der Gewinn je Käufer.

 

B2B: Alternativen suchen

  • Verkauf nach längerer Zeitspanne
  • Erfolg der Website schwerer messbar

Da sich der Entscheidungsprozess bei B2B-Geschäften deutlich länger hinzieht als bei B2C und bei vielen Geschäftsmodellen zudem der Verkauf weniger Einheiten im Jahr genügt, kommt man mit solchen Trackingwerten nicht weit. Komplexer ist die Bewertung der SEO-Strategie auch deshalb, da über Monate hinweg Besuche auf der Website erfolgen, während gleichzeitig weitere Informationsquellen wie Messen und Fachzeitschriften genutzt werden.

Sinnvoll ist hier meist, Werte rund um den Beziehungs- und Vertrauensaufbau zu beobachten: das Ansehen und Herunterladen von technischen Dokumenten und Produktbroschüren, die Aufenthaltsdauer in verschiedenen Teilen der Website und die Nutzung von Kontaktangeboten wie Messeeinladungen, Hotline oder Kontaktformular.

 

Ob nun B2C oder B2B: Was beim SEO-Prozess immer gilt

So viele Unterschiede es zwischen den beiden Sektoren auch gibt: Gewisse Faktoren bleiben gleich. Dazu zählen einmal die technischen SEO-Voraussetzungen wie eine schnell ladende Website auf einem zuverlässigen Server, die mobilgerätefreundliche Gestaltung der Seite und eine abgesicherte Verbindung via HTTPS.

Auch beim sichtbaren Inhalt sind die Kriterien weitgehend identisch. Texte sollen verständlich und informativ sein, Videos und Multimedia-Elemente sind gern gesehen, und eine übersichtliche, gut strukturierte Seite wird besser bewertet als ein chaotischer Aufbau.

 

Fazit: Schnell zu sein lohnt sich

Hier noch einmal die Kurzfassung:

Warum B2B-SEO?

Insbesondere, wenn in der eigenen Nische noch kein Konkurrent eine Form der Suchmaschinenoptimierung betreibt, kann sich die Entwicklung einer eigenen Strategie sehr lohnen. Je früher ein Unternehmen einsteigt, desto einfacher fällt es ihm, sich im Ranking zu verbessern. Erst einmal abzuwarten, ob sich Google als B2B-Recherchetool langfristig durchsetzt, ist hingegen nicht ratsam – denn es hat sich bereits in vielen Branchen etabliert.

Wie B2B-SEO?

Vertrauens- und Reputationsaufbau stehen beim Industriegütergeschäft im Zentrum. Ausführlich informieren, sich als verlässlichen Partner darstellen und einfache Möglichkeiten zum Kontakt schaffen – das ist wichtig. Interessenten sollten in allen Phasen des Kaufprozesses abgeholt werden. Die dafür nötigen Keywords lassen sich am besten im Gespräch mit Bestandskunden und dem Vertriebspersonal ermitteln. Und dabei nicht das Tracking vergessen.

Suchmaschinenoptimierung

Dienstag, 15. Mai 2018

B2B- und B2C-SEO: Wo liegen die Unterschiede? (Teil 1)

von Simone Madre

 

Beim Vertrieb von Konsumgütern ist das Thema Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, fast schon ein alter Hut. Bereits Mitte der Neunziger versuchten Unternehmen, ihre Website durch die geschickte Wahl von Seitentiteln nach vorne zu bringen. Mittlerweile sind die Methoden deutlich ausgefeilter, und selbst kleine Einzelhändler besitzenoftmals eine SEO-Strategie. Die Gründe dafür leuchten ein: Im Netz lassen sich bequem Läden und Dienstleistungen suchen, Produkte vergleichen und meist direkt bestellen. Als Anbieter bei B2C-Geschäften (Business-to-Consumer) online schlecht auffindbar zu sein, wird immer mehr zum Wettbewerbsnachteil.

Als deutlich zaghafter beim Thema SEO zeigte sich bislang der Investitionsgütermarkt. Traditionellerweise stützt sich die Kundengewinnung bei Business-to-Business-Märkten stark auf Weiterempfehlungen bisheriger Geschäftspartner, Messen und Veranstaltungen, Artikel und Anzeigen in Print-Zeitschriften sowie persönliche Kontakte. Mittlerweile beantworten aber auch immer mehr B2B-Unternehmen die Frage „Brauchen wir SEO?“ mit einem klaren „Ja!“. Und das aus gutem Grund. Denn auch hier wird die Website als Informationsquelle und Kommunikationskanal immer wichtiger. Durch SEO kann man sich zudem einen Vorsprung zur Konkurrenz verschaffen – vor allem dann, wenn diese noch keine Optimierungsmaßnahmen betreibt.

Warum SEO sich auch für B2B-Geschäfte und Investitionsgüter lohnt

Zugegeben: Sonderlich gut ist die Bedeutung von Suchmaschinen und Websites in B2B-Geschäften nicht erforscht. Es fehlen groß angelegte Untersuchungen von unabhängigen Köpfen. Aber die Zahlen, die vorhanden sind, gehen ganz klar in eine Richtung.

Bereits 2012 nutzten laut der Studie eines Internetdienstleisters mit 317 Teilnehmern mehr als neun von zehn B2B-Kunden mindestens einmal täglich Onlinequellen, um sich über mögliche Anbieter zu informieren und gegebenenfalls direkt Produkte zu kaufen. Zudem hatten 94 Prozent der befragten Unternehmen innerhalb der zurückliegenden drei Monate mindestens dreimal online Aufträge vergeben. Darunter fanden sich bei knapp einem Viertel der Firmen sogar Investitionen, die einen Wert von 10.000 Euro überstiegen.

Eine weitere Untersuchung zum Thema stammt von der englischen Marktforschungsagentur McCallum Layton Research (heute Allto Consulting) und wurde 2014 unter 211 Business-Entscheidern durchgeführt. Sie ergab, dass die meistgenutzte Informationsquelle von B2B-Entscheidern die Website potentieller Lieferanten ist, deutlich vor den Empfehlungen von Kollegen oder dem Gespräch mit einem Vertriebsmitarbeiter.

2015 veröffentlichten Google und Roland Berger eine gemeinschaftliche Studie, für die sie immerhin knapp 3.000 deutsche Verkaufsmanager befragt hatten.

Zwei wesentliche Fakten daraus:

Wenn ein Entscheider zum ersten Mal einen Vertriebsmitarbeiter kontaktiert, sind 57 Prozent des Kaufprozesses bereits gelaufen. Das bedeutet: Wer nicht von Anfang an im Rechercheprozess sichtbar ist, hat es schwer, überhaupt mit potentiellen Kunden ins Gespräch zu kommen.

In Deutschland sind bereits über 40 Prozent der Mitarbeiter, die Entscheidungen beeinflussen, unter 35 Jahre alt. Sie gehören also zu den sogenannten „Digital Natives“, die sich im Internet wohlfühlen und Technologien intuitiv nutzen.

Wer im Netz nicht auffällt, kann also Probleme dabei haben, in der engeren Auswahl von B2B-Einkäufern zu landen. Anzunehmen ist, dass sich dieser Effekt noch verstärkt, wenn weitere Digital Natives auf Entscheidungspositionen nachrücken. Bereits jetzt zu optimieren, lohnt sich zudem stärker, als dies erst später zu tun: Da sich in vielen Nischen abseits des Massenmarktes nochwenige optimierten Seiten finden, kann man mit vergleichsweise geringem Aufwand Top-Platzierungen erreichen. Ziehen die Mitbewerber dann nach, ist das Wahrender eigenen Position deutlich einfacher, als sich durch SEO-Maßnahmen erst an die Spitze kämpfen zu müssen.

Auch im Maschinenbau setzen Unternehmen mehr und mehr auf SEO.

B2B und B2C: Unterschiede im Kaufprozess

Allerdings ist Vorsicht geboten: Nicht alle Methoden aus dem klassischen B2C-SEO lassen sich übernehmen. Da sich Marktstrukturen und Kaufprozesse deutlich voneinander unterscheiden, legen Suchmaschinen wie Google Wert auf andere Faktoren. Zudem wollen die Kunden, sobald sie auf die Website gelangt sind, auf eine spezifische Weise über Produkte und Dienstleistungen informiert werden.

B2C: Kunden wollen sich möglichst rasch informieren

  • Große Zielgruppe, meist Massenmarkt
  • Eher rasche Kaufentscheidung, teilweise Impulskäufe
  • Meist nur ein Entscheider
  • Umsatz wird über Masse an Kunden generiert
  • Vergleichsweise einfache Produkte mit wenig Erklärungsbedarf

Ein typischer Kaufprozess sieht hier so aus: Der Nutzer sucht bei Google nach einem bestimmten Begriff und klickt sich durch eine oder mehrere der bestplatzierten Seiten. Dabei vergleicht er Produkte, legt schließlich etwas in den Einkaufswagen und zahlt.

Demnach ist die Onlinemarketing-Strategie etwa folgende: die Seite gut auffindbar machen, den Besucher durch eine attraktive Gestaltung direkt zum Kauf bewegen oder ihn zumindest zum Wiederkommen veranlassen.

 

B2B: Vertrauens- und Reputationsaufbau ist Trumpf

  • Kleine Zielgruppe, großer Teil des Marktes ist bekannt
  • Oftmals langwierige Kaufentscheidungen, die Wochen und Monate, teilweise sogar Jahre in Anspruch nehmen können
  • Häufig mehrere Entscheider
  • Umsatz über wenige, große Aufträge
  • Komplexe Produkte mit hohen Kosten und Beratungsbedarf

Bei B2B-Geschäften, besonders bei Investitionsgütern, hat eine Kaufentscheidung typischerweise eine größere Tragweite und birgt ein größeres Risiko als bei B2C-Anschaffungen. Die Produkte sind teuer, werden lange eingesetzt und bringen unter Umständen Folgekosten durch Wartungen und Instandhaltungen mit sich. Außerdem sollen sie sich für das Unternehmen möglichst stark rentieren. Oftmals bindet sich eine Firma über den Kauf hinweg an den Anbieter, weil man beispielsweise an allen PCs die gleiche Software einsetzen will. Oder weil der Maschinenpark auf eine bestimmte Marke umgestellt werden soll, damit die Mitarbeiter leichter zwischen den Maschinen wechseln können.

Folglich wollen die Entscheider das Kaufrisiko minimieren, indem sie sich eingehend über Produkte und Alternativen informieren. Der Rechercheprozess sieht meist etwa so aus: Ein Nutzer erstellt anhand einer Google-Suche und bereits bekannten Zulieferern eine Liste mit möglichen Geschäftspartnern, sucht on- und offline nach Informationen und reduziert die Auswahl so auf wenige Kandidaten, von denen er Angebote einholt. Mehrere Mitarbeiter vergleichen diese schließlich, verhandeln mit den Firmen und entscheiden sich zu guter Letzt für einen Anbieter.

Informieren und beraten

Gefunden zu werden ist hier nur der Anfang. Es geht darum, sich als Unternehmen darzustellen, das auch komplexe Anforderungen überzeugend löst. Wenn der potentielle Kunde Vertrauen fasst, dann ist bereits viel gewonnen. Der Anbieter muss also umfängliche Informationen zur Verfügung stellen, aber gleichzeitig auch kompetent beraten und zum Beziehungsaufbau einladen. Greift der Entscheider schließlich zum Telefon oder schickt eine Anfrage ab, dann hat das Unternehmen einen Fuß in der Tür und kann im persönlichen Gespräch weiter vom Produkt überzeugen.

In Teil 2 des Blogbeitrags geht es um die konkreten Unterschiede in der Keywordauswahl, dem Linkaufbau und dem Tracking.

Kann man SEO-Ratgebern trauen?

Donnerstag, 15. Februar 2018

Woher Suchmaschinenoptimierer ihr Wissen nehmen

von Simone Danne

Die Optimierung von Webauftritten für Suchmaschinen, kurz SEO, ist im Netz ein großes Thema. Immer wieder sehe ich Blogartikel mit Schlagzeilen wie „Alles über SEO“ oder „Mit SEO in 5 Schritten bei Google auf Platz 1“. Zum Jahreswechsel waren dann Titel wie „SEO: Was Sie 2018 wissen sollten“ oder „SEO 2018 – die Jahrestrends“ ganz groß in Mode. Solche Überschriften versprechen viel und erwecken teilweise den Eindruck, Suchmaschinenoptimierung sei ein glasklares Geschäft – zumindest für die „Eingeweihten“, die jene Artikel verfassen.

Tatsächlich können derartige Texte dabei helfen, im schnelllebigen Geschäft der Online-Kommunikation nicht den Anschluss zu verlieren. Immer wieder ändern Suchmaschinenanbieter ihre Algorithmen; gleichzeitig wandeln sich die Nutzungsgewohnheiten der Surfer, während auf technischer Seite neue Websiteformate und Gestaltungsmöglichkeiten hinzukommen. Sich regelmäßig zu informieren ist also sinnvoll, und die meisten Inhalte hierzu finden sich wohl auf SEO-Blogs.

Was deren Autoren allerdings nicht immer verraten, ist, woher sie ihr Wissen haben. Warum sollte man ihnen glauben? Was ist dran an ihren Berichten und wie viel ist nur Gerücht?

Um sich im Blogdschungel gut zurechtzufinden und die wirklich relevanten Informationen für die eigene Optimierungsarbeit zu ergattern, sollte man sich erst einmal in Erinnerung rufen, welches die wesentlichen SEO-Informationsquellen sind: einmal die Auskünfte des Suchmaschinenbetreibers selbst, hier am Beispiel vom Platzhirsch Google, dann (wissenschaftliche) Untersuchungen, die typischerweise von SEO-Firmen durchgeführt werden, und die Erfahrungswerte oder das „Bauchgefühl“ von Suchmaschinenoptimierern.

Google als SEO-Wissensquelle: Grundlegende Informationen zur Website-Optimierung

Informationen, die Google selbst veröffentlicht, liefern vielleicht keine großen Geheimnisse oder den einen Tipp, mit dem eine Seite ganz schnell an die Spitze der Trefferliste rückt. Dafür kann man sie in jedem Fall als zuverlässig einstufen. Wie die Google-Algorithmen exakt funktionieren, hält der Konzern natürlich geheim. Dafür gibt er über verschiedene Kanäle Informationen für SEO-Experten und Websitebetreiber heraus.

Eine sinnvolle Einstiegslektüre für Neulinge ist der Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung von Google, der Grundlagen und Best Practices knapp schildert. Aktuelle Informationen, sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene, liefert beispielsweise der Webmaster Central Blog. Hier berichten Mitarbeiter über anstehende oder bereits durchgeführte Änderungen in den Algorithmen und geben Tipps zur Anpassung von Websites, beispielsweise an die Mobile First-Indexierung. Ein zweiter Google-Blog in englischer Sprache ist Search. Hier liegt der Schwerpunkt nicht direkt bei SEO, sondern auf der Nutzersuche. Von Trendbegriffen aus dem vergangenen Jahr über Änderungen in der Gestaltung der Suche finden sich immer wieder potentiell relevante Informationen für die Websiteoptimierung.

Sehr bekannt und wohl eine der wichtigsten Google-Quellen ist der Webmasters-Kanal auf YouTube. Hier beantworten Google-Mitarbeiter spezifische Fragen zur Websitegestaltung und zur Weiterentwicklung des Algorithmus. Damit ist der Kanal quasi ein Muss, um beim Thema Google-SEO auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Die (begrenzte) Aussagekraft von SEO-Studien

So viele nützliche Informationen Google auch preisgibt: Wenn man hinter den Vorhang sehen will, muss man aus anderen Quellen schöpfen. Natürlich kann dem Konzern nicht daran gelegen sein, die Funktionsweise seiner Algorithmen vollständig oder auch nur zu einem Großteil aufzudecken.

Eine wichtige Zweitquelle sind deshalb Korrelationsstudien, die meist von SEO-Agenturen und -Softwareanbietern durchgeführt werden. Typischerweise werden dabei Suchergebnisseiten für eine ganze Reihe an Keywords betrachtet, anschließend wird nach Mustern gesucht.

Wie findet man sich zurecht bei den unzähligen, zum Teil sogar widersprüchlichen SEO-Ratschlägen im Netz? Korrelationsstudien können dabei helfen.

Prinzipiell geht es um die Frage, wie sich die Top-Ergebnisse von schlechter platzierten Seiten unterscheiden. Das klingt erst einmal hervorragend, eine klare Antwort lässt sich so nur leider nicht finden. Bedingt wird das durch die Grenzen des Verfahrens an sich. Eine Korrelation, also ein statistischer Zusammenhang zwischen mehreren Merkmalen, bedeutet nicht, dass sich diese Merkmale auch gegenseitig bedingen (Kausalität).

Insbesondere, wenn so viele unterschiedliche Einflüsse zusammentreffen wie bei der Betrachtung von zig Webseiten, lassen sich keine klaren Rückschlüsse ziehen. Trotzdem sind Korrelationsstudien die beste Informationsquelle, die wir haben, um die Gesamtheit der Rankingfaktoren zu ergründen.

Entsprechende Whitepaper gibt es von verschiedenen Anbietern: Searchmetrics, ein Entwickler von SEO-Tools, bietet auf seiner Website beispielsweise aktuelle Korrelationsstudien für verschiedene Branchen (PDF nach  Registrierung). Toolanbieter Semrush hat eine Korrelationsstudie mit 17 Faktoren erstellt (PDF ebenfalls nach Registrierung), die Kurzfassung gibt es auf ihrer Website.

Auch vom Marketing-Blog Backlinko und Partnern gibt es entsprechende Daten, allerdings stammen diese aus dem Jahr 2016.

Erfahrung und Bauchgefühl von Suchmaschinenoptimierern als Quelle

Neben Studien und Google-Veröffentlichungen wird noch eine weitere Informationsquelle gern von SEO-Bloggern angeführt: Erfahrungswerte aus bisherigen Projekten oder auch das eigene „Bauchgefühl“. Auch das kann wertvolle Tipps und Hinweise liefern – wenn es sich beim Autor um einen kompetenten, seriös arbeitenden Optimierer handelt. Also um jemanden, der sich auf SEO spezialisiert hat und die Rankings von Kundenseiten mit seinen Methoden wahrnehmbar und langfristig verbessert. Nur leider lässt sich das vonseiten des Lesers nicht unbedingt ermitteln. Dann sollte man zumindest ein dickes Fragezeichen hinter die Erkenntnisse, Tipps und Tricks des SEO-Bloggers setzen.

Fazit: Wie lassen sich SEO-Informationsquellen bewerten?

Letztlich sind meiner Meinung nach bei der Bewertung neuer SEO-Strategien folgende drei Aspekte wichtig:

  • Quellen und Belege suchen und hinterfragen
    Ein guter SEO-Artikel nennt Quellen und belegt, warum Annahmen getroffen werden. Außerdem macht er klar, an welchen Stellen es sich lediglich um Annahmen handelt. Sind Studien zitiert, sollte der Leser deren Aufbau und die Art der Informationsgewinnung unter die Lupe nehmen. Nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anstrich hat, liefert auch belastbare Ergebnisse. Und nicht alle belastbaren Ergebnisse lassen sich auf die eigene Situation übertragen. Ein Beispiel: Wie eine gute Webseite aussieht, ist heutzutage vermutlich unter anderem von der Branche abhängig – was für einen Finanzratgeber empfehlenswert ist, muss nicht gut für einen Maschinenbauer sein.
  • Nicht jeder Trend ist die Mühe wert
    Es lohnt sich nicht, jedem Trend hinterherzulaufen. Dass ein Blogger eine Optimierungsstrategie über den grünen Klee lobt, bedeutet noch nicht, dass diese bei der eigenen Homepage einen messbaren Effekt erzielen würde. Wenn an einer anderen Stelle ein gravierender Fehler vorliegt, etwa die Antwortzeit des Servers extrem lang ist oder ein unseriöses Backlinkprofil besteht, dann bringt selbst der beste Ratschlag zur Website-Strukturierung nichts. Und wenn der Tipp an sich bereits schlecht ist, beispielweise weil mit dubiosen Mitteln gearbeitet wird, dann kann das Ergebnis sogar eine Abstrafung durch Google sein. Wichtiger als die Umsetzung vieler neuer SEO-Ideen ist es daher, erst einmal ein solides Fundament zu schaffen.
  • Google-Wissen bleibt die Grundlage
    Für diese Basis sollten die Informationen zum Algorithmus genutzt werden, die Google selbst uns zur Verfügung stellt. Wichtige Schlagworte sind hier ein nützlicher und einzigartiger Content, eine gute Bedienbarkeit, besonders auch an Mobilgeräten, und eine regelmäßige Pflege der Seite: eben alles, was beim Besucher für Zufriedenheit sorgt. Die Suchmaschine arbeitet kontinuierlich daran, solche Inhalte zu identifizieren und wird besser und besser darin. Zudem sollte auf alles verzichtet werden, was gegen die Google-Qualitätsrichtlinien verstößt. Damit ist man als Optimierer auf der sicheren Seite.