Website-Optimierung für Einsteiger

Wie man mit Texten mehr Traffic generiert

von Simone Madre

Da erstellt man eine attraktive Website, investiert viel Mühe, um das eigene Unternehmen anschaulich und sympathisch darzustellen – und erzielt trotzdem wenige Klicks. Und das nicht etwa, weil der Markt für die eigenen Produkte und Dienstleistungen besonders klein wäre, sondern weil die Konkurrenz auf Google einfach besser gerankt ist.

Die meisten Nutzer interessieren sich nun einmal für den ersten oder zweiten Suchtreffer statt für den siebten, achten oder neunten. Welcher Platz wie oft geklickt wird, analysiert beispielsweise die Website Advanced Web Ranking. Dabei greift sie auf etwa 1,8 Millionen Begriffe in der weltweiten Google-Suche zurück – eine ansehnliche Stichprobengröße. Demnach sieht die Klickverteilung für die ersten zehn Suchtreffer etwa so aus:

Auf die Plätze eins bis drei entfallen zusammen über die Hälfte aller Klicks, bereits auf Rang vier landen im Schnitt weniger als zehn Prozent der Nutzer. Suchergebnisse auf Seite 2 werden nochmal deutlich seltener geklickt. Wer also mehr Traffic über Google erzielen will, sollte zumindest bei einigen wichtigen Suchbegriffen (Keywords) in der obersten Liga mitspielen.

 

Wie kann man sein Google-Ranking verbessern?

Um in der Google-Trefferliste auf einem besseren Platz zu landen, sollte man entweder

  • neuen Content erstellen, der auf ein bestimmtes Keyword optimiert ist.

Damit kann man in der Regel viel erreichen, wenn man sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) auskennt. Allerdings bringt das Erstellen neuer Texte auch einen großen Aufwand mit sich.

  • die Inhalte optimieren, die bereits auf der Website sind.

Das geht deutlich schneller und leichter und kann ebenfalls viel bewirken. Die Voraussetzung ist hier, dass die vorhandenen Texte hochwertig sind und einen Nutzen für den Leser bieten.

Auf vielen Webseiten ist bereits guter Content vorhanden, dem lediglich eine Überarbeitung nach SEO-Kriterien fehlt. Und diese Seiten sind in der Regel schon bei Google indexiert. Somit können Analysetools Werte zu ihrer Performance bei Suchanfragen liefern. Also konkret: Daten zu ihrer Platzierung für bestimmte Keywords, zur Häufigkeit, mit der diese Begriffe gesucht werden, und zu Klickzahlen.

Nach dem Motto „Gutes verbessern“ kann man solche Texte auf vergleichsweise einfache Art und Weise optimieren. Das gelingt auch SEO-Einsteigern, beispielsweise Vereinen und kleinen Unternehmen.

Um die eigenen Texte zu überarbeiten, macht man im ersten Schritt Keywords mit Potential ausfindig – pro Seite eins oder maximal zwei – und passt anschließend den Content entsprechend an. Nicht für alle Seiten gibt es dabei lohnende Suchbegriffe: weil sie keine klassischen Einstiegsthemen bieten, sondern beispielsweise vertiefende Informationen oder Kontaktdaten. Das erspart Arbeit, weil man sich auf die lohnendsten Seiten konzentrieren kann.

 

Wie man seine Texte mit Hilfe der Search Console optimiert

Im Folgenden zeige ich anhand der Google Search Console, wie das Aufspüren passender Seiten und Keywords funktionieren kann. Sie ist eine kostenlose und weit verbreitete Plattform. Mit anderen Analysetools wie SEMrush und Ahrefs funktioniert es natürlich auch. Hauptsache, diese liefern ähnliche Daten.

Interessant bei der Search Console ist für uns die Seite „Leistung“, die im linken Reiter zu finden ist. Hier lassen sich zusätzlich zu den Klickwerten auch noch Daten zu Impressionen, Klickraten und Positionierungen anwählen.

Ein Linksklick zeigt das Bild in voller Größe.

So sieht die Seite „Leistung“ standardmäßig aus. Der Nutzer kann die Grafik um zusätzliche Informationen erweitern, indem er neben den vorausgewählten Parametern „Klicks insgesamt“ und „Impressionen insgesamt“ zusätzlich die Kästen „Durchschnittliche CTR“ und die „Durchschnittliche Position“ anklickt. Im Abschnitt darüber lässt sich beispielsweise der Daten-Zeitraum anpassen.

 

Google and the Google logo are registered trademarks of Google Inc., used with permission

Sind alle vier Parameter ausgewählt, findet man sie auch in der Keywordliste darunter. Diese lässt sich nun unterschiedlich sortieren.

Klickt man auf den Reiter „Klicks“, zeigt die Liste zuoberst die Suchanfragen, die momentan die meisten Nutzer auf die Website bringen. Klickt man noch einmal, wird die Liste absteigend sortiert und gibt Keywords an, die keine oder nur wenige Nutzer herführen.

Gut zu wissen: Ein Klick heißt hier, dass ein Nutzer über die Suchergebnisseite auf eine Webseite außerhalb von Google gelangt. Wenn er dem gleichen Link mehrmals folgt, zählt das auch nur als ein Klick: etwa wenn der User auf Ihre Seite geht, wieder zur Google-Ergebnisseite zurückwechselt und dann noch einmal auf Ihren Link klickt.

Mit der Sortierung nach Impressionen sieht man auf einen Blick, welche Keywords bei Google-Nutzern besonders gefragt sind – sich also lohnen könnten, obwohl man bislang mit ihnen nicht allzu viele Klicks erzielt.

Gut zu wissen: Eine Impression wird erfasst, wenn ein User bei seiner Recherche exakt die Ergebnisseite öffnet, auf der sich Ihr Treffer befindet. Belegen Sie Platz 19 und der Nutzer klickt auf Seite 2, zählt das als eine Impression. Dabei ist egal, ob er den ersten Treffer anklickt und Ihren Link somit gar nicht sieht, oder ob er ganz nach unten scrollt. Betrachtet er nur die erste und dritte Seite der Ergebnisliste, ist dies für Google keine Impression.

Klickt man auf Positionierung, erkennt man, welche Keywords bereits einen guten Platz im Ranking haben, sich aber noch verbessern könnten. Hierbei gibt Google eine Durchschnittsplatzierung an, da die Werte meist schwanken.

Auch der Wert „Klickrate“ kann sich lohnen, ist aber nur bedingt aussagekräftig. Er gibt das Verhältnis aus Klickzahlen und Impressionen an. Allerdings bedeutet eine Impression ja nicht, dass der Nutzer den für mich relevanten Suchtreffer auch gesehen hat. Wenn es sich aber um eine Platzierung unter den ersten 10 handelt, kann sich der Abgleich mit statistisch ermittelten Klickwahrscheinlichkeiten für diesen Platz lohnen.

Tipp: Wird der Treffer deutlich seltener geklickt als der Durchschnitt (siehe Statistik oben), sollten Titel und Text des Suchtreffers überarbeitet werden.

Soweit zum allgemeinen Überblick. Insbesondere bei Websites mit wenigen Seiten lohnt es sich allerdings oft mehr, für jede Seite einzeln nach einem passenden Keyword zu suchen. Hierfür wählt man oberhalb der Liste statt „Suchanfragen“ „Seiten“ aus und sieht direkt, über welche Seiten am meisten Nutzer auf die Website gelangen.

 

Ein Klick auf einen der Links bringt uns zu den gewünschten Daten. Nun noch oben von „Seiten“ wieder auf „Suchanfragen“ zurückstellen, und wir haben alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Am besten eignen sich Keywords,

  • für die die Seite bereits gut platziert ist, da sich eine Verbesserung selbst um ein, zwei Plätze hier am meisten lohnt,
  • die eine nennenswerte Zahl an Impressionen auslösen, also relevant für Google-Nutzer sind
  • und die natürlich gut zur Seite passen.

Im Beispiel unten eignet sich das erste Keyword vermutlich besser als das zweite: Es gibt viele Impressionen, aber noch nicht allzu viele Klicks, vermutlich wegen der Positionierung weit hinten auf der ersten Ergebnisseite. Nun muss nur noch entschieden werden, ob sich das Wort inhaltlich für die Seite eignet.

 

Keywords sinnvoll einbauen

Pro Seite wählt man nach diesen Kriterien ein oder zwei Wörter aus. Für diese kann man den Content dann optimieren. Hierbei gibt es prinzipiell eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die sich im Rahmen eines Blogartikels nicht alle vermitteln lassen. Insbesondere für SEO-Einsteiger bietet es sich an, das Keyword an einigen besonders relevanten Stellen im Text zu platzieren:

  • im Titel der Seite, dem sogenannten Title Tag
  • in Überschriften, vor allem auf der Ebene <h1>
  • im ersten Absatz des Textes

Außerdem sollten das Keyword und seine Synonyme im Text vorkommen. Hierbei hilft der WDF*IDF-Textassistent. Kurz gesagt, analysiert dieser automatisch zu einem bestimmten Keyword, welche Begriffe auf den bestplatzierten Seiten in welcher Häufigkeit vorkommen. Das hilft dabei:

  • neue Begriffe rund um das Keyword zu finden, die Google zeigen, dass ein Thema ausführlich behandelt wird – und der Text somit gut bewertet werden sollte
  • Wörter zu identifizieren, die im Artikel häufig fallen und die Bewertung somit eventuell verschlechtern (Stichwort: Keyword-Spamming)
  • sich bei der Häufigkeit der zentralen Begriffe an einen Idealwert heranzutasten. Der zeigt Google, welche Wörter für den Text besonders wichtig sind, ohne dass es künstlich wirkt und von Google als Keyword-Spamming abgestraft werden könnte

 

Die Erfolgskontrolle

Ein weiterer Vorteil der Search Console: Man kann relativ einfach den eigenen Erfolg messen. Spätestens nach ein paar Wochen sollten Text-Änderungen die Positionierung beeinflussen und auch im Klickwachstum sichtbar sein. Zeichnet sich stattdessen eine Verschlechterung ab, kann man die Texte einfach wieder auf den vorherigen Stand bringen oder es nochmal anders probieren.

Ob ein überarbeiteter Text bereits von Google analysiert wurde, lässt sich mithilfe der Seite „Abdeckung“ in der Search Console abschätzen. Beim Klick auf „Gültig“ links unten zeigt Google für jede indexierte Seite, wann das letzte Crawling stattfand.

 

Wie viel bringt eine Textüberarbeitung eigentlich?

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich berichten, dass der Effekt stark vom Keyword und der Konkurrenz abhängt. Manche Wörter sind aufgrund eines hohen Suchvolumens vielleicht verlockend, aber so allgemein, dass man mithilfe einer Textüberarbeitung kaum Plätze gutmachen kann. Betreiben Sie beispielsweise eine kleine Finca in Spanien, wird es Ihnen schwerfallen, für ein Keyword wie „Sommerurlaub“ oder „Urlaub buchen“ gut zu ranken – zu viele Platzhirsche konkurrieren mit Ihnen.

Wenn Sie mit Ihrem Angebot aber einen kleineren Markt ansprechen, stehen Ihre Chancen gut. Oft finden sich beispielsweise eine oder mehrere Seiten, die bereits vor der Optimierung unter den ersten Zehn für ein bestimmtes Keyword liegen. Hier ist meist eine deutliche Rang-Verbesserung drin, die für viele zusätzliche Klicks sorgt. Gleichzeitig hält sich der eigene Aufwand in Grenzen.

Stellen Sie fest, dass Sie auf eigene Faust nicht weiterkommen oder nicht die Zeit für eine Textüberarbeitung haben, empfiehlt sich ein professioneller SEO-Anbieter. Hier gibt es eine ganze Reihe an Dienstleistern, die viel Erfahrung mitbringen und zu einem vernünftigen Preis Top-Ergebnisse erzielen.

Beide Optionen haben ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und können Ihrer Website deutlich mehr Reichweite bescheren. Deshalb mein Tipp an Sie: Ob so oder so, legen Sie direkt los. Viele Internetauftritte werden sträflich vernachlässigt, weil man die Arbeit an ihnen so leicht aufschieben kann. Will man auf Dauer erfolgreich sein, ist das aber der falsche Weg.

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